Pressemitteilung vom 19. Mai 2026
kontakt – Das Kulturfestival gibt bekannt, dass der für Samstag, den 23. Mai 2026 geplante Vortrag „Neutraler Boden? Der Mythos der apolitischen Wissenschaft" der Gruppe „Students for Palestine Würzburg" (SfP Würzburg) nicht stattfinden wird. Das Festival sieht sich veranlasst, die Umstände dieser Entscheidung transparent darzulegen.
Chronologie der Ereignisse
Nach Veröffentlichung des Festivalprogramms wandte sich die Deutsch-Israelische Gesellschaft Würzburg (DIG Würzburg) mit E-Mails an das Festival, dessen Unterstützer*innen, die Presse sowie die Polizei Bamberg. Parallel dazu veröffentlichte die DIG Würzburg einen Beitrag auf Instagram. Inhaltlich wurden gegenüber der eingeladenen Gruppe und auch dem Festival Vorwürfe des Antisemitismus und der Terrorverherrlichung erhoben. Der Versuch eines persönlichen Austausches mit dem Kontaktteam wurde nicht unternommen. Die Möglichkeit einer konstruktiven Auseinandersetzung mit den erhobenen Vorwürfen wurde dem Festival damit nicht eingeräumt.
Entscheidung zur Absage
Das Festivalteam hat sich nach einer Krisensitzung entschieden, den angekündigten Vortrag nicht stattfinden zu lassen. Das Kontaktfestival nimmt die Tragweite von Antisemitismusvorwürfen und deren Auswirkungen auf unsere Unterstützer*innen ernst. Die fehlende Zeit und die basisdemokratischen Strukturen des Festivals lassen es nicht zu, diese in zwei Tagen gewissenhaft nachzuprüfen, weshalb der Vortrag präventiv abgesagt wurde. Der konkrete Inhalt des geplanten Vortrags war dem Festivalteam vorab nicht bekannt. Die große Anzahl der Programmpunkte, die das ehrenamtliche Team bearbeitet, lassen leider nur eine begrenzte inhaltliche Prüfung der einzelnen Programmpunkte zu.
Zur Einladung der Gruppe
Die vom Programmteam durchgeführte Prüfung der Gruppe „Students for Palestine Würzburg" ergab, dass diese weder vom Verfassungsschutz beobachtet, noch als extremistisch oder terrornah eingestuft wird.
Grundsätze des Festivals
kontakt – Das Kulturfestival bekennt sich uneingeschränkt zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und stellt sich klar gegen Antisemitismus, Rassismus und Terror. Die Programmgestaltung orientiert sich am festivalinternen >>Code of kontakt<<. Das Festival setzt sich für die Repräsentation vielfältiger gesellschaftlicher Perspektiven ein.
Abschließende Einordnung
Die Absage des Programmpunkts macht deutlich, unter welchem Druck sich zivilgesellschaftliche, ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen befinden können, wenn gesellschaftspolitisch aufgeladene Themen im Programm aufgegriffen werden. kontakt – Das Kulturfestival bedauert, dass kein Rahmen geschaffen werden konnte, in dem eine sachliche Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themen möglich gewesen wäre.